Qualitätsmerkmale guten Unterrichts

Die vier Bereiche guten Unterrichts

Nach verschiedenen Vorgesprächen im Jänner und Februar 1998 über mögliche Akzentsetzungen in der Frage nach der Qualitätsentwicklung an unserer Schule wurde das Thema "Unterrichtsqualität" als Schwerpunkt festgelegt. In mehreren Konferenznachmittagen und in einer Arbeitsgruppe wurde von Lehrern ein für unsere Schule verbindlicher Katalog von Qualitätsmerkmalen für den guten Unterricht erarbeitet. 

Dabei kristallisierten sich vier Bereiche heraus, die sich gegenseitig bedingen:

  • Lehrer
  • Schüler
  • Rahmenbedingungen
  • Lehrstoff

Im Rahmen dieser Arbeit wurden auch die Schüler mit einem Fragebogen zu ihren Vorstellungen zu den Faktoren, die einen guten Unterricht bewirken,  befragt.

Lehrer

Die Qualität des Unterrichts hängt u.a. von der Lehrerpersönlichkeit, von seinem Verhalten ab.

  • Eine(e) Lehrer(in) braucht Toleranz, Selbstkritik, Selbstbeherrschung, um gerecht zu bleiben.
  • Der / Die Lehrer/in soll als Person für die Schüler greifbar sein (Personalisierung), der Abstand aber gewahrt bleiben. Dies stellt eine oft schwierige "Gratwanderung" (zwischen Nähe und Distanz) dar.
  • Grenzen und Richtlinien müssen für die Schüler klar formuliert sein. Deren Einhaltung muss ebenso konsequent eingefordert werden.
  • Der / Die Lehrer/in soll mit fachlicher Konsequenz überzeugen, Lücken aber auch zugegeben werden.
  • Wichtig ist die Fähigkeit, sich auch zu eigenen Schwächen zu bekennen, nicht anders scheinen zu wollen, als man ist. Glaubwürdig ist ein Lehrer erst, wenn er sich selbst und dem Schüler gegenüber ehrlich ist.
  • Der / Die Lehrer/in soll überwiegend mit Lebensbejahung und Begeisterung unterrichten.
  • Humor, Kreativität, Phantasie und Spontanität des / der Unterrichtenden können sich günstig auf den Unterricht auswirken

Schüler

Natürlich hängt die Qualität des Unterrichts u.a. auch von unserem Umgang mit den Schülern ab.

  • Die Schüler sollen dort abgeholt werden, wo sie sind. Um mehrere Schülertypen anzusprechen, ist ein abwechslungsreicher Unterricht notwendig. Wichtig sind auch zahlreiche Wiederholungen im Unterricht, damit manche Schüler nicht überfordert werden. Grundvoraussetzung sind allerdings Interesse der Schüler am Lernen, entsprechende Grundkenntnisse, Fertigkeiten und soziale Verhaltensweisen. Dies könnte dann dazu führen, dass Schüler freiwillig lernen.
  • Frontalunterricht soll nicht die einzige Lehr- und Lernform sein, andere Formen wie Gruppenarbeit, Werkstattunterricht, Projekte, Exkursionen, Einbindung von neuen Technologien sollen gebührend berücksichtigt werden. Der Schüler steht im Mittelpunkt des Unterrichts.
  • Auf die Interessen der Schüler sollen Lehrer in ihrer Unterrichtsarbeit Rücksicht nehmen und diese nach Möglichkeit in den Unterricht einbauen.
  • Wichtig ist auch, die Vorstellungen und Vorschläge der Schüler einzuholen.
  • Der Unterricht soll Schülern die Erfahrung vermitteln, dass durch Bildung die Lebensqualität verbessert werden kann (höhere, bessere Qualifikation).
  • Unterrichtsqualität hängt auch stark von der Bereitschaft der Schüler ab, sich in aktiver Form am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen. 

Rahmenbedingungen

Die Unterrichtsqualität hängt u.a. auch von den Rahmenbedingungen ab.

  • Klare Regeln für Benotung, Verhalten, kleinere Vergehen und Arbeitsanweisungen sollten bestehen und deren Einhaltung konsequent überprüft werden.
  • Eine klare, für Schüler transparente Formulierung von Kriterien für das Erreichen von Lernzielen wäre wünschenswert.
  • Vereinbarungen sollten eingehalten werden.
  • Der Schüler weiß, warum er was macht.
  • Eine angstfreie Atmosphäre ermöglicht ein entspanntes und lustvolles Lernklima.
  • Es soll eine Trennung von Person und Leistung vorgenommen werden, vor allem bei der Beurteilung. Einem leistungsschwachen Schüler soll dadurch signalisiert werden, dass er als Person dieselbe Akzeptanz erfährt wie jeder andere. Gespräche zwischen Lehrern und Schülern über außerschulische Themen sollen möglich sein.
  • Die Beurteilung ist transparent. Der Druck von Alles-oder-nichts-Prüfungen soll durch laufende und transparente Mitarbeitsüberprüfungen wegfallen.
  • Die Lernziele und Kriterien für das Erreichen der Lernziele sind klar formuliert und für die Schüler nachvollziehbar. Der Schüler trägt dadurch die Mitverantwortung.
  • Der Lehrer soll, was sein Verhalten und die Einhaltung von Absprachen betrifft, berechenbar sein. 

Lehrstoff

Die Qualität des Unterrichts hängt u.a. auch von der Präsentation des Stoffes ab.

  • Der Unterricht soll alle Sinne ansprechen (das Sehen, Hören und Fühlen).
  • Der Stoff sollte für die Schüler verständlich aufbereitet werden (Sprache, Situation, Transfer).
  • Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler sollen berücksichtigt werden.
  • Auseinandersetzung mit und Einsatz von neuen Lehr- und Lernmethoden.
  • Fächerübergreifen Zusammenhänge herstellen. Abstimmung der Lehrer aufeinander (Lehrplanstudium, Koordination, Kooperation, Teamarbeit). 

 

Aus den Ergebnissen entwickelte die Arbeitsgruppe "Schulqualität" dann einen Schülerfeedbackbogen, der von jedem Lehrer im Unterricht eingesetzt werden kann und soll.

Aktivitäten im Rahmen der Qualitätssicherung

Erarbeitung eines Schülerfeedbackformulars (Siehe unten!)

Maturantenbefragung im Schuljahr 2003 / 2004

Maturantenbefragung im Schuljahr 1994 / 1995

Download:

Schuelerfeedback (rtf)